Hast du Schon einmal etwas von der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung gehört? Ich persönlich gehe davon aus, dass sie in einem gewissen Ausmaß jeden von uns betrifft. Denn vermutlich hatte keiner von uns eine „ideale“ Kindheit. Das ist ein Grund warum sich jeder von uns kurz mit diesem Thema auseinandersetzen sollte. Genauso, wie mit dem Sinn seines Lebens…Nur verrücktmachen sollte man sich nicht. Die Vergangenheit hat ganz offensichtlich eine Auswirkung auf unsere Gegenwart aber unsere Zukunft sollte sie nicht bestimmen. Denn wir bestimmen unsere Zukunft in im „hier“ und „jetzt“, in der Gegenwart!
Also dann mal ran an das Thema
Was ist Komplexe PTBS (kPTSD)?
Komplexe posttraumatische Belastungsstörung, kurz kPTSD, ist ein relativ neues Konzept in der psychologischen Forschung und beschreibt die langfristigen Folgen chronischer Traumatisierungen, die besonders in der Kindheit stattfinden. Anders als bei der „klassischen“ PTBS, die oft einzelne Ereignisse im Erwachsenenalter betrifft, handelt es sich bei kPTSD um die Folge andauernder Vernachlässigung, Missbrauchs oder anderer belastender Erfahrungen über einen längeren Zeitraum. Diese Erfahrungen prägen das Gehirn und das emotionale Erleben nachhaltig.
Die Symptome von kPTSD sind vielfältig und gehen weit über die klassischen Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung hinaus. Betroffene kämpfen häufig mit emotionalen Problemen wie Depression, Angst, Wut und sozialem Rückzug. Sie erleben oft Schwierigkeiten in Beziehungen, wiederkehrende Selbstzweifel und fühlen sich isoliert. Auch körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen, Migräne oder unerklärliche Erkrankungen treten häufig auf. Viele Betroffene haben Probleme mit Suchtverhalten, Übergewicht oder wiederholen destruktive Beziehungsmuster.
Eine wichtige Grundlage, um die Folgen von Kindheitstrauma besser zu verstehen, ist die sogenannte ACE-Studie (Adverse Childhood Experiences). Diese Studie zeigt auf, wie sich belastende Erfahrungen wie Missbrauch, Vernachlässigung, Gewalt in der Familie oder psychische Erkrankungen der Eltern langfristig auf das Leben auswirken. Je mehr solcher Erfahrungen jemand in der Kindheit gemacht hat, desto höher ist das Risiko für physische und psychische Probleme im Erwachsenenalter. Die ACE-Studie ist heute ein zentraler Ansatzpunkt in der Gesundheits- und Sozialarbeit.
Viele Menschen, die mit den Folgen von Kindheitstrauma leben, fühlen sich unverstanden, schuldig oder hilflos. Das Wissen um kPTSD kann hier Erleichterung bringen, denn es zeigt: Diese Symptome sind normale Reaktionen auf unnormale Ereignisse. Es ist nicht die Schuld der Betroffenen, sondern eine Folge erlebten Leids. Das Bewusstsein für diese Störung ist der erste Schritt zu Heilung und Veränderung.
Obwohl kPTSD komplex und vielschichtig ist, gibt es Hoffnung. Der Heilungsprozess ist oft langwierig, aber möglich – häufig durch Therapie, Selbstfürsorge und den Aufbau unterstützender Beziehungen. Wichtig ist, die Symptome zu erkennen, zu benennen und sich nicht länger selbst zu verurteilen. Selbsthilfe, Achtsamkeit und professionelle Unterstützung können helfen, das eigene Leben Schritt für Schritt zu verbessern.
KPTSD also eine weit verbreitete, aber bisher oft missverstandene Auswirkung von negativen langanhaltenden Kindheitserlebnissen ist. Die breite Symptompalette und die individuelle Ausprägung machen die Diagnose schwierig. Wobei ich in diesem Zusammenhang den Begriff „Diagnose“ problematisch finde. Suggeriert er doch eine „Krankheit“, also einen pathologischen, vom normalen abweichenden Zustand und damit, dass etwas mit der betroffenen Person nicht stimmt.
Das zunehmende Bewusstsein für CPTSD eröffnet auf jeden Fall neue Wege für Verständnis und „Heilung.“ Beziehungsweise die Möglichkeit, die Betroffenen belastende Verhaltensmuster bewusst zu korrigieren. Für die Betroffenen ist eine solche Erkenntnis ein befreiender Moment Es tut gut zu erkennen, dass man nicht allein oder verrückt ist und das es Wege aus der Dunkelheit gib, man sein Leben wieder in die Hand nehmen kann. Auch wenn man dazu manchmal Unterstützung von Außen einholen muss.
Wie war denn deine Kindheit? Gibt es Dinge an die du dich erinnerst und die dich immer noch belasten?