Wenn du nicht mehr weiterweißt - Dann hol dir Hilfe
Egal, wie dein Leben aussieht oder was andere dazu sagen, wenn du das Gefühl hast, dass es dir entgleitet und alles außer Kontrolle gerät, dann such dir Hilfe! Wende dich an Menschen, die dir wohlgesonnen sind, an Freunde und Verwandte.
Leider hat nicht jeder das Privileg, in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung von Freunden und Verwandten zu erhalten. Oft stößt man gerade dann, wenn man Hilfe am meisten braucht, auf Unverständnis oder merkt, wie isoliert man über die Jahre geworden ist.
Warum „Mach dir keine Sorgen“ oft nicht hilft:
Sätze wie „Mach dir doch keine Sorgen“ oder „Anderen geht es doch viel schlechter“ sind im besten Falle gut gemeint, bringen dir in einer seelischen Notsituation jedoch nicht viel. Denn mal ehrlich, wenn du es dir aussuchen könntest, würdest du dir selbstverständlich keine Sorgen machen. Auch dass es anderen durchaus wesentlich schlechter geht als dir, hast du dir vermutlich zuvor bereits mehrfach wiederholt, oder? Schmerz und Leidensdruck lassen sich jedoch einfach nicht vergleichen! Genau da liegt das Problem.
Die Schwierigkeit, unsichtbare Herausforderungen zu teilen
Es gibt Dinge, die möchte man keinem erzählen, vor allem bei Problemen mit dem Partner oder wenn dein pubertierendes Kind auf dich losgeht. Doch gerade dann ist es unglaublich wichtig, sich Hilfe zu holen. Wenn du niemanden hast, wende dich an die Telefonseelsorge.
Es ist nicht einfach, in einer psychischen Notlage professionelle Hilfe zu erhalten. Ich selbst habe fast zwei Jahre darauf gewartet. Zum Glück hat mich in meiner schlimmsten Zeit meine ehemalige Nachbarin sehr unterstützt. Denn von meiner Ursprungsfamilie war in keinerlei Hinsicht irgendeine Unterstützung zu erwarten.
Hilfe suchen, bevor es zu spät ist
Es ist wichtig zu erkennen, dass es Momente gibt, in denen man sich eingestehen muss, dass es keinen gibt, der einem helfen kann oder will. In solchen Momenten ist es entscheidend, sich zumindest an die Telefonseelsorge zu wenden, bevor man etwas tut, dessen Folgen nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Ich hoffe, dass der Besuch beim Psychologen, Psychiater oder Therapeuten irgendwann so selbstverständlich sein wird wie für meine Kinder der Besuch beim Zahnarzt.
Pass gut auf dich auf,
Deine Joanna Maria
