Der Moment, in dem man merkt, dass man nur noch funktioniert, kommt oft nicht plötzlich.
Er schleicht sich langsam ins Leben.
Man steht morgens auf, erledigt alles, was erledigt werden muss, kümmert sich um Kinder, Haushalt, Termine, Probleme und Erwartungen – und irgendwann merkt man:
Da ist kaum noch etwas übrig von einem selbst.
Genau an diesem Punkt war ich irgendwann angekommen. Das war ungefähr ein bis zwei Jahre bevor der Vater meiner fünf Kinder und ich uns trennten.
Und deshalb beginne ich diese Blogserie.
In den letzten Jahren habe ich unglaublich viel gelesen, nachgedacht und versucht zu verstehen, warum manche Menschen innerlich regelrecht erstarren.
Warum wir manchmal funktionieren, obwohl wir längst erschöpft sind.
Warum manche Krisen uns so tief treffen.
Und warum es oft so schwer ist, wieder Zugang zu sich selbst zu finden.
Ich habe Therapien gemacht, Bücher gelesen, Podcasts gehört und mich intensiv mit Themen wie Trauma, Stress, emotionaler Heilung und persönlichen Veränderungsprozessen beschäftigt.
Dabei bin ich unter anderem auf Menschen wie Bessel van der Kolk, Gabor Maté, Mel Robbins und schließlich auch auf Joe Dispenza gestoßen.
Und obwohl diese Menschen unterschiedliche Ansätze verfolgen, haben sie etwas gemeinsam:
Sie beschäftigen sich alle auf ihre Weise mit der Frage, warum wir so denken, fühlen und handeln, wie wir es tun – und wie Veränderung überhaupt möglich wird.
Joe Dispenza ist Chiropraktiker, Autor und bekannt für seine Arbeit rund um Neuroplastizität, Meditation, Gewohnheiten und die Verbindung zwischen Gedanken, Emotionen und körperlichen Prozessen.
Viele kennen ihn durch Bücher wie:
Seine zentrale Idee ist vereinfacht gesagt:
Dass wir oft jahrelang dieselben Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen wiederholen – bis sie zu automatischen Mustern werden.
Und genau diese Gedanken haben mich neugierig gemacht.
Nicht, weil ich glaube, dass positives Denken alle Probleme löst.
Und auch nicht, weil ich mich als Anhängerin irgendeiner Methode sehe.
Sondern weil ich selbst erlebt habe, wie sehr innere Muster unser Leben beeinflussen können.
Das hier ist kein Blog einer perfekten Frau, die ihr Leben komplett „im Griff“ hat.
Ich schreibe als Mensch.
Als Mutter von fünf Kindern.
Als jemand, der viele Jahre eher funktioniert als gelebt hat.
Als jemand, der sich selbst irgendwann kaum noch gespürt hat.
Und vielleicht kennst du dieses Gefühl auch:
Man macht weiter.
Tag für Tag.
Aber innerlich wird alles schwerer.
Ich hatte Zeiten, in denen ich emotional vollkommen erschöpft war. Zeiten, in denen selbst kleine Dinge zu viel wurden. Und Zeiten, in denen ich dachte, dass andere Menschen offenbar viel besser mit Krisen umgehen können als ich.
Heute weiß ich:
Viele Menschen tragen mehr mit sich herum, als man von außen sieht.
Und viele von uns haben nie wirklich gelernt, gut mit sich selbst umzugehen.
Mit dieser Serie möchte ich die Gedanken, Übungen und Ansätze sammeln, die mir persönlich geholfen haben – oder die mich zumindest zum Nachdenken gebracht haben.
Nicht als absolute Wahrheit.
Nicht als Wunderlösung.
Sondern als Möglichkeiten.
In den kommenden Beiträgen wird es unter anderem um folgende Themen gehen:
Die Beiträge bauen dabei Schritt für Schritt aufeinander auf.
Und vielleicht findest du zwischen all diesen Gedanken etwas, das auch dir hilft.
Einen kleinen Perspektivwechsel.
Eine Übung.
Oder einfach das Gefühl, mit manchen Dingen nicht alleine zu sein.
Je mehr ich mich mit diesen Themen beschäftigt habe, desto mehr ist mir aufgefallen, wie schnell man hilfreiche Dinge wieder vergisst, sobald die nächste Krise kommt.
Man liest etwas.
Es hilft.
Das Leben wird leichter.
Und Monate später sitzt man plötzlich wieder mitten im Chaos und denkt:
„Warum fällt mir nichts davon mehr ein?“
Deshalb möchte ich mit dieser Serie nicht nur anderen helfen, sondern auch mir selbst eine Art Erinnerung schaffen.
Einen Ort, an dem ich Dinge sammle, die mir irgendwann einmal geholfen haben, wieder etwas mehr bei mir selbst anzukommen.
Denn das Leben wird wahrscheinlich nie vollkommen krisenfrei sein.
Aber vielleicht können wir lernen, uns selbst in schwierigen Zeiten etwas besser aufzufangen.
Vielleicht bist du selbst gerade an einem Punkt, an dem du nicht mehr nur funktionieren möchtest.
Dann bist du hier genau richtig.
Diese Serie soll kein perfekter Ratgeber sein und keine schnellen Wunder versprechen. Sie ist vielmehr eine ehrliche Sammlung von Gedanken, Erfahrungen und Übungen, die helfen können, sich selbst wieder etwas näherzukommen.
In den kommenden Beiträgen werden wir gemeinsam Schritt für Schritt anschauen, wie Gedanken, Emotionen, Gewohnheiten und Stress unser Leben beeinflussen – und warum Veränderung oft viel kleiner beginnt, als wir glauben.
Im nächsten Beitrag geht es um eine der wichtigsten Fragen überhaupt:
Warum hält unser Gehirn so hartnäckig an alten Gedanken- und Verhaltensmustern fest – selbst dann, wenn sie uns eigentlich nicht guttun?
Vielleicht ist genau dieses Verständnis der erste kleine Schritt zurück zu mehr innerer Ruhe, Klarheit und Lebensfreude.
Ich würde mich freuen, wenn du mich auf diesem Weg begleitest.